Grevenbrücker Feuerwehrkameraden übten realitätsnah
patientenorientierte, technische Rettung nach einem Verkehrsunfall

 



Rund 20 Grevenbrücker Feuerwehrkameraden trafen sich vor eingen Tagen einmal mehr zum turnusmäßigen Übungsdienst der Löschgruppe der im 14-tägigen Rhythmus stattfindet. Als übergeordnetes Thema stand an diesem Abend "Technische Hilfeleistung" auf dem Dienstplan.

Die Kameraden, die für die Ausrichtung des Dienstabend verantwortlich waren, hatten zuvor einen schweren Verkehrsunfall mit zwei beteilgten PKW und mehreren Verletzten auf dem "Kreuzberg" zwischen der Grevenbrücker "Habuche" und der Bonzeler "Kreuzbergkapelle" in Szene gesetzt, was natürlich zuvor keiner der Teilnehmer des Übungsdienstes wusste.



Um die Übung möglichst realistisch zu gestalten, unterstützten uns einige Helfer des Malteser Hilfsdienstes aus der Ortsgruppe Lennestadt-Oedingen bei der Übung. Sie mimten vor allem die realistisch geschminkten Unfallopfer in den "verunfallten" Fahrzeugen und stellten einige Übungsbeobachter für die durchzuführenden Erste Hilfe Maßnahmen.

Gegen 18:30 Uhr erfolgte dann von der Übungsleitung der Einsatzbefehl an die am Gerätehaus wartenden Kameraden über Funk. "Einsatzübung - Verkehrsunfall vermutlich mit brennenden PKW auf dem "Kreuzberg" - Anzahl beteiligter Personen ist unbekannt", so die Meldung an die Wehrmänner, die daraufhin in kurzen Abständen mit den beiden Löschgruppenfahrzeugen und dem Tanklöschfahrzeug zur vermeintlichen Einsatzstelle ausrückten.




Übungsschwerpunkt "Erste Hilfe" und "patientenorientierte technische Rettung"

Als die ersten Kräfte vor Ort ankamen, war der Überraschungseffekt fast perfekt. Hinter einer schlecht einsehbaren Kurve lag ein demolierter offensichtlich überschlagener PKW (roter Seat) auf dem Dach an einer Böschung. Ein weiteres Fahrzeug (weißer Opel) war in eine Baumgruppe gefahren und rauchte verdächtig aus dem zertrümmerten Motorraum. Trümmerteile bedeckten die Fahrbahn im Bereich der Unfallstelle.

Die Besatzung erkundete zunächst kurz die Lage und stellte insgesamt vier beteiligte Personen in den beiden PKW fest und startete dann direkt zum Löschangriff mit einem C-Rohr, da die beiden Insassen des weißen PKW vom Entstehungsbrand stark gefährdet waren. Weitere Kräfte trafen während der Löscharbeiten ein.




Der Gruppenführer teilte die Mannschaft zur Betreuung der verunfallten Personen und zur Sicherung der PKW auf. Eine nachfolgend genauere Erkundung ergab folgendes Bild:

Zwei ansprechbare Insassen waren im weißen, mittlerweile gelöschten PKW eingeklemmt und schwer verletzt. Im roten PKW lag auf der Beifahrerseite eine bewußtlose Person, die aber offensichtlich nicht eingeklemmt war und aus dem Fahrzeugheck leicht befreit werden konnte. Für den ebenfalls eingeklemmten Fahrer des roten PKW (dargestellt durch einen Übungsdummy) kam übungsbezogen jede Hilfe zu spät.

Nach der Sicherung der PKW wurde zunächst der bewußtlose Beifahrer aus dem roten PKW gerettet und anschließend von einem Trupp erstversorgt.



Zeitgleich begann am weißen PKW die zeitaufwendige Rettung der zwei eingeklemmten Personen. Nachdem der PKW gegen Wegrollen bzw. - rutschen gesichert war, wurde ein erster Zugang über den Kofferraum hergestellt. Ein Feuerwehrmann kletterte anschließend durch den Kofferraum auf die Rücksitzbank und nahm die Erstversorgung der beiden Verletzten vor.

Außen bereiteten andere Einsatzkräfte parallel die patientenorientierte Rettung mittels hydraulischen Rettungsgeräten vor. Dazu wurden zunächst die Glasscheiben aus dem Fahrzeug entfernt. Danach konnte das Fahrzeugdach entfernt werden, um so einen ausreichend großen Arbeitsbereich für die Einsatzkräfte zu schaffen. Die Patienten wurden schließlich achsengerecht nach hinten aus dem PKW hinaus gerettet.




In einem zweiten Übungsteil wurden dann an dem roten Seat von den Ausbildern einige aktuelle Sicherungs-, Rettungs- und Schnitttechniken gezeigt und mit den Übungsteilnehmern erörtert. Bei diesem Teil wurde insbesondere nochmals auf die zwingend notwendige "Ordnung des Raumes" bei derartigen Einsatzstellen eingegangen. Dazu wurde neben der Unfallstelle u.a. ein gekennzeichneter Geräteablageplatz und eine Schrottablage eingerichtet. Nach einiger Zeit konnte so auch der "letzte Übungsteilnehmer", unsere Übungsdummy aus dem Fahrzeugwrack geborgen werden.



Die Übung endete für alle Beteilgten nach rund 2 1/2 Stunden mit einem kameradschaftlichen Grillabend am Feuerwehrgerätehaus in Grevenbrück.



Besonderer Dank gilt an dieser Stelle nochmals den Kameraden/innen des Malteser Hilfsdienstes der Ortsgruppe Lennestadt-Oedingen für die tatkräftige Unterstützung bei der gelungenen Darstellung der realistischen Übungslage.

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