Sirenengeheul in Bilstein und Grevenbrück gestern Nachmittag gegen 16:30 Uhr, "Burg Bilstein - Zimmerbrand - Menschenleben in Gefahr" so die dazugehörige Alarmmeldung der Kreisleitstelle für die Feuerwehren im Veischedetal ...
 
Alarmübung an der "Burg Bilstein"

... dann der wichtige Zusatz "Alarmübung" - kein Ernstfall. So mancher Bürger reagiert verständlicherweise in diesen Situationen verärgert. "Die Feuerwehr macht wieder viel Wind für nix", heißt es dann meist. So wird es wahrscheinlich auch am gestrigen Samstagnachmittag gewesen sein.

Aus Sicht der Feuerwehr, aber vor allem für die Sicherheit der Bürger sind gerade derartige Alarmübungen sehr wichtig und auch in Zukunft unerlässlich.

Nachfolgend möchten wir Ihnen gern kurz und ansatzweise erläutern "WARUM" solche Übungen immer wieder ohne Vorankündigungen durchgeführt werden.

Alarmübungen treffen die Feuerwehrkameraden genauso unvorbereitet wie die anderen Mitbürger auch. Nur so kann unter annähernd realen Bedingungen der Leistungsstand einer Feuerwehr im Hinblick auf Reaktionszeiten und personelle Besetzung gemessen werden. Die gewonnenen Daten fließen z.B. in die vorbereitende Einsatzplanungen an Objekten mit sog. "hohem Gefahrenpotential" ein.

Die "Burg Bilstein" stellt, wie auch viele andere Objekte in der Stadt Lennestadt, in einem Realfall ein solches Gefahrenpotenzial dar. Als Stichworte dazu seien nur genannt: altes Gebäude, hohe Brandlast durch umfangreiche Holzeinbauten, Nutzungsweise als Jugendherberge für über 200 Kinder bzw. Jugendliche, beengte Räumlichkeiten, Anfahrtswege und Aufstellflächen für einen möglichen Feuerwehreinsatz.

Durch die gewonnenen Daten einer durchgeführten Alarmübung am Beispiel der "Burg Bilstein" kann die Feuerwehr evtl. vorhandene Defizite erkennen und sich für die Zukunft besser darauf einstellen. Die aktive Sicherheit wird somit erhöht.

Beispiel: Die Feuerwehr kann nur unter realen Bedingungen in nahezu Echtzeit (deshalb Alarmübung - reale Alarmierung mit alarmmäßigen Anrücken der Kräfte) erkennen, z.B. wieviel Personal, wie schnell vor Ort sein kann und wieviel eigentlich vor Ort sein müsste und wie auch mit geringer Personalstärke in der "Einsatz-Anfangsphase" effektiv in ein Schadensereignis z.B. der angenommene Zimmerbrand mit Menschenrettung eingegriffen werden kann.

Im Rückschluß daraus können erkannte Fehler nach der Übungsauswertung bereits vorbeugend korrigiert werden, z.B. Änderung der Alarm- und Ausrückeordnung (AAO) durch zusätzliche und direkte Alarmierung von weiteren Feuerwehrkräften oder benötigten Fahrzeugen bei einem Ernstfall an diesen Objekten. Der Einsatzerfolg bei einem möglichen Schadensereignis wird somit durch vorhergehende Planungen (durch Erkenntnisse aus Alarmübungen) positiv beeinflusst.

Derartige notwendigen Erkenntnisse können durch eine "normale Übung" aber nicht gewonnen werden. Bei einer normalen Übung wissen die Feuerwehrkameraden vorher Bescheid (terminierter Dienstplan), desweiteren wird eine geplante Übung auf die anwesende Personalstärke abgestimmt.
Das ausgewählte Übungsobjekt wird dann geschlossen und ohne Alarm angefahren, so das auch in der Anfangsphase direkt ausreichend Personal vor Ort ist und so alle Funktionen von Anfang an besetzt sind, was in einem Einsatzfall egal in welcher Feuerwehr nur selten der Fall sein wird.

Wir hoffen, das wir Ihnen mit dem vorangegangenen Text einen - wenn auch nur kleinen Einblick - in die Notwendigkeit von Alarmübungen geben konnten und möchten Sie weiterhin um Ihr Verständnis bitten. Es geht um Ihre Sicherheit.

Ihre örtliche Feuerwehr

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