Unterkunft der Löschgruppe
Grevenbrück -
Gerätehaus
und Feuerwehrturm
Geschichte des Steigerturms
Nach der Gründung der Freiw. Feuerwehr Förde 1895 erbauten die Wehrmänner einen hölzernen Steigerturm in Eigenleistung neben dem Spritzenhaus auf der Schweinehude. Dieser Turm wurde 1928 wegen Baufälligkeit abgerissen und durch einen neuen, massiven Steigerturm mit Gerätehaus ersetzt. In diesem Turm wurden damals die nassen Schläuche zum Trocknen aufgehangen. Am Turm übten die Wehrmänner mit Hakenleitern das Aufsteigen vom einem Stockwerk zum anderen, da es noch keine Drehleitern gab.
Durch die technische Entwicklung an feuerwehrtechnischen Geräten und an den Löschfahrzeugen wurde es auch in diesem Gerätehaus zu eng. Der Turm wurde auch zum Trocknen von Schläuchen nicht mehr benötigt, weil jetzt nur noch gummierte Schläuche verwendet werden und diese nicht mehr getrocknet werden brauchen. Auch die modernen Fahrzeuge konnten nicht mehr in den veralteten Garagen untergebracht werden.
Da die Anschaffung eines neuen Gefahrgutfahrzeuges im Raum stand, musste wegen des Umbaus des Steigerturms gehandelt werden. 1988 wurde der Bauantrag vom damaligen Löschgruppenführer Bernd Deutenberg an die Stadt Lennestadt gestellt. Nach mehreren Gesprächen mit dem damaligen Stadtdirektor Herrn Krollmann und Herrn Baumhoff vom Bauamt der Stadt, in denen es um Bestand oder Abriss des Turmes ging, konnte man sich auf den Erhalt des Steigerturms einigen, weil dieser in den langen Jahren seines Bestehens zu einem Wahrzeichen von Grevenbrück geworden war.
Nachdem
der Stadtrat den Umbau genehmigt und das Geld bereitgestellt hatte, konnte 1989
mit dem Umbau begonnen werden. Mit den Maurerarbeiten wurde die Fa. Elles aus
Kirchveischede beauftragt. Die Dacharbeiten wurden von der Fa. Groos aus Altenhundem
ausgeführt. Für die Malerarbeiten zeichnete die Fa. Blume & Hellekes
aus Trockenbrück verantwortlich. Um die Baukosten, die sich auf DM 380.000,-
beliefen, nicht noch höher werden zu lassen, wurden viele Arbeiten von
der Löschgruppe in Eigenleistung durchgeführt.
Bei den Abrissarbeiten der beiden alten Garagen wurde im Grundstein eine Urkunde, eine Bierflasche und eine 1000 Mark Reichsbanknote geborgen, die 1928 dort eingemauert wurden. Die Fundstücke befinden sich heute im Stadtmuseum Lennestadt.
Eine neue Urkunde wurde anschließend dort wieder eingemauert. Nach einer Bauzeit von 18 Monaten wurde der renovierte Steigerturm und die beiden neuerrichteten Fahrzeughallen im November 1991 im Beisein von Bürgermeister Herrn Hubert Nies und Stadtdirektor Dr. Franz-Josef Kaufmann sowie Kreisbrandmeister Niermann, Stadtbrandmeister Schulte und der gesamten Löschgruppe Grevenbrück von Herrn Pfarrer Börskens für die katholische Kirchengemeinde und Herrn Pastor Kessler für die evangelische Kirchengemeinde eingeweiht.
Der heutige Steigerturm
Der Turm wurde seit dem Umbau 1991 nicht mehr baulich verändert. Im Turm sind heute ein Tanklöschfahrzeug (TLF 16/24 Tr.), ein Gerätewagen-Gefahrgut (GW-G 2) und der Einsatzleitwagen (ELW 1) untergebracht. Desweiteren befindet sich im ersten Obergeschoss des Turms eine kleine Kleiderkammer. Auf den angrenzenden beiden Dachböden (oberhalb der beiden Garagen) wird u.a. Ölbindemittel, Ölschlengel und Chemiekalienbindemittel gelagert.
Das zweite und dritte Obergeschoss des Turms werden heutzutage - außer zu Übungszwecken - nicht mehr genutzt. Der Aufstieg in diese Etagen kann nur über hölzerne Leitern erfolgen, da eine feste Treppe nicht besteht. Auf dem Dach des Turms befindet sich eine von mehreren noch im Ort Grevenbrück befindlichen Sirenen. Die Sirene wird jedoch nur noch bei größeren Schadensereignissen ausgelöst, da die Wehr normalerweise über Funkmeldeempfänger alarmiert wird.
Geschichte des Gerätehauses
Da im Steigerturm kein Platz für Schulungsraum, Umkleideraum, Sanitärräume usw. bestand, wurde im Jahr 1972 ein Gebäude des ehemaligen städtischen Bauhofs zum Gerätehaus umgebaut. Das Gebäude war damals sehr zweckmäßig ausgestattet. Es hatte einen Waschraum mit Toiletten, eine kleine Küche, eine Zentralheizung und es diente als Aufenthalts- und Schulungsraum. In einem Nebenraum hatte jeder Mann einen kleinen Spind für seine persönliche Ausrüstung.
Da sich die Ausrüstung an Gerätschaften und Fahrzeugen in den nachfolgenden Jahren ständig erweiterte, wurden im Jahr 1978 zwei Garagen für Grossfahrzeuge neben das Gerätehaus gebaut. Die Feuerwehr hatte zu diesem Zeitpunkt somit drei Gebäude zur Verfügung (Gerätehaus, Fahrzeughalle und Steigerturm mit weiteren Fahrzeugunterstellmöglichkeiten). Das änderte sich schließlich 1985, als in Eigenleistung eine größerer Umkleideraum zwischen Gerätehaus und Fahrzeughalle gebaut wurden und seitdem die Gebäude verbunden sind.
Das Gerätehaus wurde dann zuletzt im Jahr 1994 um eine weitere Fahrzeug- und Unterstellhalle, die direkt an den Garagen angebaut wurde, erweitert. Auch diese Baumaßnahme erfolgte ausschließlich in Eigenleistung der Kameraden.
Das heutige Gerätehaus
Im Gerätehaus sind heutzutage folgende Fahrzeuge untergebracht: das Löschgruppenfahrzeug (LF 8/6), das Löschgruppenfahrzeug (LF 16/TS), der Gerätewagen-Logistik (GW-L) und ein speziell für Ölunfälle ausgerüsteter Anhänger, der im Bedarfsfall vom GW-L zum Einsatzort gebracht wird.
Desweiteren befinden sich im Gerätehaus folgende Räume: ein Schulungsraum, ein kombinierter Umkleideraum für die aktive Wehr und die Jugendfeuerwehr, Sanitärräume (ein Waschraum und drei Toiletten), eine Küche, ein Büro für die Wehrführung, ein kleiner Flur und ein Heizungskeller.
Da sich die beiden Gebäude
(Gerätehaus und Steigerturm) unmittelbar gegenüberliegen, ist dazwischen
ein Übungshof mit Parkmöglichkeiten für die Feuerwehrkräfte
errichtet worden. Direkt zwischen Innenhof und Steigerturm verläuft die
Straße "Im Planken", die allerdings für den Druchgangsverkehr
durch Poller gesperrt ist. Die Verkehrsbelastung der Straße ist dadurch
sehr gering, so das bei größeren Ereignissen am Gerätehaus wie
z.B. Einsätzen, Übungen oder Sommerfest die Straße mitbenutzt
bzw. voll gesperrt werden kann. Gesperrt wird in der Regel auch bei größeren
Veranstaltungen in der nahegelegenen Schützenhalle. Erfahrungsgemäß
würde ansonsten der Feuerwehrhof zugeparkt und könnte so von den Kameraden
im Einsatzfall nicht mehr genutzt werden.
Die Zukunft
Nach längerer Vorplanungszeit, beschloss am 22.12.2009 der Stadtrat der Stadt Lennestadt einstimmig einen rund 1,5 Millionen teuren Neubau des Feuerwehrgerätehauses Grevenbrück an der Straße "Zur Wilhelmshöhe". Das Gerätehaus am alten Standort "Im Planken", dessen Ursprünge schon aus dem Jahr 1928 stammen, entspricht schon seit längeren nicht mehr den heutigen gebäudetechnischen, unfallverhütungstechnischen und energetischen Standards einer Stützpunktfeuerwehr. Eine zuvor eingeleitete Planung zur umfangreichen Sanierung der bestehenden Altgebäude wurde schließlich nach mehreren Anläufen aus wirtschaftlichen und platztechnischen Gründen verworfen. Der Baubeginn für den Neubau, der u.a. mit Finanzmitteln aus dem Konjunkturpaketes II finanziert wird, fand im August 2010 statt. Da neue Feuerwehrgerätehaus wird voraussichtlich Anfang 2012 bezugsfertig sein.
Nähere Informationen zum Neubau des Feuerwehrgerätehauses Grevenbrück (mit Baufortschritt) finden Sie auch >>> HIER <<<
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