 |
Grevenbrück.
(bw) "Hurra, es brennt" - stürmten die ersten
Nikolaus-Grundschüler - trotz aller Eile ziemlich geordnet -
aus der Eingangstür. Und obschon dichter Qualm das Gebäudeinnere
einhüllte, verhielten sich die Kinder ruhig, so wie sie es am
Vortag im Rahmen der Brandschutzerziehung u.a. von den Feuerwehrleuten
Sascha Henkel, Gerhard Assmann und Björn Bender gelernt hatten.
Und während einige der Lehrkräfte Mühe hatten, die
alarmgesicherten Fluchttüren zu öffnen, zeigten die Mädchen
und Jungen weitaus weniger nervös und sorgten gekonnt für
den rettenden Weg ins Freie. |
9.48 Uhr: Die Brandschutzerzieher hüllen die Gänge im
Parterre der Schule in dichten Nebel.
9.50 Uhr: Hausmeister Dieter Henke löst Feueralarm aus.
In maximal drei Minuten müssen jetzt alle Lehrer und Schüler
das Gebäude verlassen. Wichtig dabei: Sind danach die Fenster
und Klassentüren geschlossen, die Klassenbücher dabei, um
einen genauen Überblick über die Zahl der Schüler zu
haben.
9.53 Uhr: Tatsächlich ist auch der letzte Schüler rechtzeitig
draußen, obwohl das Geheimnis von der Schulräumung im Vorfeld
strikt bewahrt wurde.
|
 |
 |
"Alle
da", melden die Klassenlehrer. Wirklich alle? Eine Kollegin zeigt
sich sichtlich irritiert: "Dreimal habe ich nachgezählt,
da waren es alle 20. Jetzt fehlen plötzlich zwei." Prompt
geht die Meldung der Feuerwehrmänner vor Ort an die mit Blaulicht,
Martinshorn und zwei Einsatzwagen anrückenden Kameraden: "Zwei
Kinder vermisst."
In Sekundenschnelle haben die Blauröcke die Schläuche ausgerollt
und schweren Atemschutz angelegt. Ohne Zögern, aber doch vorsichtig
betreten zwei von ihnen das Schulgebäude - und kehren unter dem
Jubel der rund 180 Sprößlinge mit dem Hausmeister auf der
Trage zurück - im Schlepptau die beiden "Vermissten",
die sich strikt geweigert hatten, sich als "Opfer" auf der
Trage retten zu lassen.
|
Aufatmen auch bei den Lehrern, als sie wieder alle "Schäfchen"
beisammen haben - auch die beiden von den Brandschutzerziehern heimlich
als Helfer rekrutierten.
Vieles haben die Mädchen und Jungen bei der Brandschutzerziehung
und der Rettungsübung gelernt. Wie man einen Notruf absetzt,
wie schnell einige Materialien brennen oder wie man sich im Falle
eines Brandfalles richtig verhält.
Originalbericht der
"Westfalenpost", Ausgabe: Sa. 05.04.2003
(Fotos der Feuerwehr
Grevenbrück)
|
 |
< Zurück zu
Home >
|